SEMINAR: SCHWERT UND SCHILD


Termin Details

Dorfgemeinschaftshaus Selters

Millionenweg 8
Ortenberg-Selters


Worum geht es?

Das erfolgreiche Gefecht mit Schwert und großem Schild ist eine Herausforderung für jeden Kämpfer. Der Schild ist Schutz und Trutz zugleich, eine bewegliche Rüstung und eine verheerende Angriffswaffe.

Wir bieten in diesem Seminar ein wesentliches Verständnis zur Verwendung dieser Waffenkombination im Einzelkampf mit einem Ausblick auf das Massengefecht. Die von uns angebotenen Lehren entstammen Fechtbüchern des Mittelalters und der frühen Renaissance.

Die Lehrinhalte des Workshops sind dicht gepackt. Damit die Praxis nicht zu kurz kommt, erhält jeder Teilnehmer eine Broschüre als Gedankenstütze. Damit lässt sich das im Seminar einstudierte gut üben.

Für Hintergrundinformationen hier ausklappen
In der Mittelalterszene ist der Kämpfer mit dem Rundschild und Schwert ein oft gesehenes Bild. Selbst wenn die Darstellung des Kriegers noch gelungen sein mag, so ist das Kampfgeschehen oft aus guten Gründen weit von den historischen Originalen entfernt. Der Speer als Hautpwaffe aber auch das Schwert im Stich ist in den Regelwerken (Codex Belli oder Huscarl) zur Risikominderung stark eingeschränkt.

Doch wir wollen lehren, wie damit „wirklich“ gekämpft wurde. Doch woher wollen wir das wissen?

In den Fechtbüchern lassen sich scheinbar keine Anweisungen aus dem Mittelalter finden. In den späteren Italienischen Quellen finden sich Kapitel zur Rotella, welche funktional der Schottischen Targe ähnelt. Eine sofort umsetzbare Anleitung zum Fechten mit einem mit Buckel bewehrten großen Schild findet sich nicht.

Dabei enthalten die Fechtbücher des Mittelalters durchaus Anleitungen für große Schilde. Doch sind diese weniger beim Faustschild (Buckler) zu finden.

Die Idee des Faustschildes ist die Einsatzfähigkeit der linken Hand zu optimieren und den vorgestreckten Waffenarmen einen guten Schutz zu gewähren. Der Körper wird vom Faustschild nur dann geschützt, wenn er aktiv zur Verteidigung eingesetzt wird.

Die Idee des großen Schildes ist der Schutz des Körpers ohne weiteres Zutun. Er stellt primär eine bewegliche Barrikade gegen Geschosse aller Art dar und schützt eine Blöße des Körpers durch seine Anwesenheit.

Der Faustschild wird also immer bewegt, der große Schild nur, wenn man einen guten Grund dafür hat – wie ein erfolgreicher Angriff mit dem Schild. Öfter bewegt sich der Körper im Verhältnis zum Schild wie ein Scharfschütze um die Deckung. Ein völlig anderes Konzept.

Die Anleitungen zum Kampf mit dem großen Schild sind in den Fechtbüchern aufgeteilt. Sie finden sich im Kampf ohne Schild mit dem Langen Messer, sowie in den Anleitungen zum Gerichtskampf mit den riesigen Schilden.

Hans Lecküchners Werk zum Langen Messer beginnt mit dem Umgehen des passiv verwendeten Schild wie es zu Pferd aber auch zu Fuß eingesetzt wurde. Doch der Schild wird nicht gezeigt. Stattdessen verbleibt die linke Hand unverständlich passiv auf dem Rücken. Bezüglich der Darstellung ist die Abwesenheit der Schilde auch gut, denn so kann man die Figuren besser erkennen. Fechterisch ist kaum ein Unterschied gegeben.

Wenn der Schild aktiv in das Geschehen eingreifen soll, so schauen wir auf Hans Talhoffers Buch zum Gerichtskampf. Hier wird in aller Brutalität die aktive Rolle der Schilde erkennbar.

Wir haben die die Lehren Lecküchners und Talhoffers lange studiert und unter Berücksichtigung anderer Quellen eine Rekonstruktion des Kampfes mit Schild und Schwert erarbeitet, die wir für annährend historisch korrekt halten.

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