Programm Frauentag-Schwerttag

Der „Frauentag – Schwerttag” richtet sich an Anfängerinnen und erfahrene Fechterinnen. Es sind Workshops, Sparrings und Vorträge geplant zu denen wir sehr erfolgreiche externe Trainerinnen eingeladen haben. Die Themen werden voraussichtlich Langes Schwert, Langes Messer, Ringen und Dolch sein. Es wird also ein weites Spektrum der Historischen Fechtkunst abgedeckt werden.

Das Programm kann sich noch bis Mitte Februar ändern. Wir halten diese Webseite aktuell.

Das Forum

Diskussionen, Sparring, Quellen und neue Waffen ausprobieren

Neben den Workshops wollen wir im Forum Gelegenheiten anbieten, sich auszutauschen, sich im Fechterischen zu verbessern und eventuell Neuland zu betreten.

Diskussion über Frauen in der Fechkunst
Sina Klausnitz (Neue Marxbrüder, DDHF) ist nicht nur als diplomierte Restauratorin die Museumsleiterin der Burg Mylau, sondern auch in der bewaffneten Kampfkunst bewandert. Neben Taijutsu  leitet sie eine Übungsgruppe zum Historischen Fechten an. Für den deutschen Fachverband des Historischen Fechtens (DDHF) hat sie das Ehrenamts der Gleichstellungsbeauftragten übernommen.

Coached Sparring
Im begleiteten Sparring erhalten die Fechterinnen direktes Feedback einer Trainerin und können sich somit sofort an die Verbesserung machen.

Choose Your Weapon
Hier geht es darum, sich mit Waffen vertraut zu machen, die ansonsten im Training kaum oder gar nicht geübt werden. Diese kannst du 10-15 Minuten mit einer Trainerin oder erfahrenen Fechterin kennen lernen, die sich darin gut auskennt.

Arbeiten mit den Quellen
Als Germanistin wird Maria Jerchel (Zornhau e.V.) öfter gefragt, was von all dem Zeug sie im Leben wirklich brauchen wird. Niemals hätte sie an Mittelhochdeutsch gedacht. Und das auch noch für Sport. Sie möchte ermutigen, sich aktiv an die historische Quellen zu wagen. Sie wird in einem Feature-Workshop zusammen mit den Teilnehmern die Bedeutung des Textes aus einer Fechthandschrift erarbeiten.
Maria hat als Wissenschaftliche Hilfskraft von 2004-2006 am Mitteldeutschen Handschriftenzentrum an der Bibliotheca Albertina in Leipzig an der Katalogisierung Deutschsprachiger Handschriften der ULB Halle mitgewirkt. Ihre Magisterarbeit umfasst eine Transkription der Leipziger Visio Philiberti MS 1279 113v-129v. Seit 2017 kann sie bei Zornhau ihre Kenntnisse der Mediaevistik reaktivieren und in der Fechtkunst praktisch einbringen.

Die Workshops

Karin Verelst (Belgien)
Karin praktiziert Historisches Fechten seit über einem Dutzend und Kampfsport seit mehr als zwanzig Jahren. Sie ist war Gründungspräsidentin der belgischen HEMA-Föderation SBSN. Sie ist beliebte und erfolgreiche Workshopleiterin auf etlichen HEMA Veranstaltungen wie HEMAC Dijon. Karins Schwerpunkte liegen im Langschwert, Ringen und Dolch. Schließlich ist Karin als Forscherin und Wissenschaftlerin in Studien zum Historischen Fechten tätig. Sie hält ihren Workshop in Englisch, auch wenn sie etwas Deutsch spricht.

Workshop: Drei Dreicke, sie alle zu Ringen
Die Übermittlung der ältesten europäischen Kampfsysteme wirft besondere Probleme bei ihrer Auslegung als System auf. Viele grundlegende Themen, wie Fußarbeit und Körperhaltung, werden schnell oder gar nicht erwähnt. Dies könnte dem modernen Beobachter den falschen Eindruck vermitteln, dass die Kampfsysteme von Liechtenauer und Fiore keine solide Grundlage haben und lediglich heuristische Kataloge mehr oder weniger effektiver Techniken sind. Wir werden sehen, dass dies falsch ist: Die Techniken in Liechtenauers Ringen und Fiores Abrazare verraten ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Körpermechanik und insbesondere für den Einsatz von Ebenen und Bewegungsachsen sowohl beim Aufbau als auch bei der effizienten Ausführung von Techniken.
Unser Workshop wird sich mit einigen grundlegenden Würfen und Take-Downs sowie deren Gegenaktionen sowohl aus dem Ringen- als auch aus dem Abrazare-Curriculum beschäftigen. Wir werden zeigen, wie sie alle verstanden und effektiv gelernt werden können, indem wir die Existenz von drei stabilen, transversalen Dreiecken entlang der Längsachse des Körpers berücksichtigen. Das Ausführen einer Technik läuft darauf hinaus, die Symmetrie (Struktur) eines dieser Dreiecke in der Position des Gegners zu brechen, was die Position seiner Zentrallinie verändert und somit die Möglichkeit bietet, die Technik erfolgreich auszuführen. Interessanterweise gelten für den unbewaffneten Kampf und das beidhändige Langschwert die gleichen strukturellen Anforderungen, auch wenn der Unterschied in der Mensur berücksichtigt werden muss.
Der Workshop ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet und benötigt keine Waffen oder Masken.

Workshop: Ringen Grundlagen
Die Grundlagen der Historischen Fechtkunst sind im Ringen zu finden. Dieser Workshop dient dazu, alle Fechterinnen, die selten bis gar nicht das Ringen ausprobiert haben, oder allen Neulingen in der Fechtkunst, das Ringen näher zu bringen.
Das Historische Ringen beginnt in der Annäherung und ist die Basis der “mittelalterlichen Selbstverteidigung”. Karin gehört zu den absoluten Expertinnen und niemand sollte sich die Gelegenheit entgehen lassen.
Der Workshop ist für Absolute Anfänger und Fortgeschrittene (ohne Praxis im Ringen) geeignet und benötigt keine Waffen oder Masken.


Gerhild Grabitzer (Österreich)
Gerhild beschäftigt sich seit zehn Jahren mit dem Thema Mittelalter im allgemeinen und dem langen Schwert im speziellen. Schaukampf und  Harnischfechten nach  Czyner waren der Anfang. Mit Sportfechten und Boxen hält sie sich fit und nimmt Anregungen mit. Ohne Harnisch ist sie mit dem langen Schwert nach Lichtenauer unterwegs.

Workshop:
Basisarbeit Langes Schwert

Für Anfänger und Fortgeschrittene ist die Basisarbeit im Langen Schwert mit der richtigen Körperbewegung die wesentliche Grundlage für saubere Fechtkunst. Keine noch so gute Technik kommt ohne diese Grundlagen aus. Besonders die Unterhäue, Schielhäue und selbst die Twerhäue werden oft verkürzt und ungenau geschlagen. Anfänger können hier die Grundlagen erlernen und Fortgeschrittenen ist bekannt, dass man Grundlagen man nicht oft genug üben kann.
Der Workshop ist für Absolute Anfänger und Fechterinnen mit 1-2 Jahren Praxis geeignet.

Workshop: “Prich den Twer” feat Peter von Danzig
Der Twer gehört beim Turnierfechten zu den bevorzugten Mitteln, so dass er schon als “Twercopter” oder zu deutsch “Propellertwer” einen eigenen Namen erhalten hat. Diesen mit den Mitteln der Handschrift bekannt als “Peter von Danzig Fechtbuch” so zu brechen, dass dies auch in einem schnellen Sparring oder Turnier klappen kann, ist der Inhalt des Workshops zum Langen Schwert.
Der Workshop ist für Fechterinnen mit 1-2 Jahren Praxis und Fortgeschrittene geeignet.


Deandra de Looff (Niederlande)
Deandra begann mit HEMA während ihres Archäologiestudiums an der H.S.S.V. Ludolph van Ceulen im Jahr 2015. Mit ihrem Interesse für das Frühmittelalter begann sie bald mit Jasper Boelsma mit Wikingerschilden zu experimentieren. Ihr revolutionärer Ansatz für den aktiven Schildeinsatz war eine beliebte und augenöffnende Erfahrung für alle Fechter*innen auf nationaler und internationaler Ebene, wie z.B. bei der HEFFAC und der HEMAC DIJON.
Deandra wird ihren Workshop in Englisch halten.

Workshop #1 Shieldmaiden – Two Weapons
In diesem Workshop konzentrieren wir uns auf den Kampf mit dem frühmittelalterlichen Rundschild, der allgemein als “Wikinger”-Schild bezeichnet wird. Ziel des Workshops ist es, die Fechterinnen mit dem Kampf mit zwei Waffen vertraut zu machen. Insbesonderes mit dem Schild als Zweitwaffe. Die Fechterinnen können sicher sein, dass Sie den Workshop nicht nur mit diesem Verständnis, sondern auch mit einem Gefühl des Staunens und Interesses für die Waffe und einer gut trainierten linken Schulter verlassen werden.
Dieser Workshop ist für Anfänger in dieser Waffenkombination sehr gut geeignet.

Workshop #2 Shieldmaiden – Working with the Shield
Der zweite Workshop konzentriert sich stärker auf den Schild, und wie er fechterisch genutzt werden kann. Der Schild kann verwendet werden, den Gegner so zu binden können, dass die Abwehr geöffnet wird. Er kann offensiv zum Angriff genutzt werden, oder als Möglichkeit in die Mensur zu kommen, ohne eine Blöße zu bieten.
Dieser Workshop ist für die Teilnehmer des ersten Workshops gedacht, oder für Fechterinnen mit etwas Erfahrung mit einer Zweitwaffe wie einem Schild oder Buckler.

Es wird benötigt: Maske (optional: Einhandschwert, leichte Handschuhe, Nackenschutz). Wir haben einige Rundschilde zum Ausleihen, aber wer einen Rundschild mit ca. 75cm Durchmesser hat, bringe diesen unbedingt mit.


Adina Mihaita (Rumänien)
Adina unterrichtet Langschwert (deutschsprachige Quellen) in Bukarest. Sie ist zertifizierte Trainerin (Methoden und Praktiken für den Erwachsenenunterricht) und bereitet sich für das Trainerausbildungsprogramm der Akademie für Leibeserziehung und Sport in Bukarest vor. Sie hat 7 Jahre Erfahrung im Karate und ein Jahr lang Säbelfechten trainiert, bevor sie 2016 HEMA entdeckte. Adina wird ihre Workshops in Englisch halten.

Workshop #1 Hips don’t lie
Grundlegende Prinzipien der Handhabung des Langschwertes nach der Schwertmechanik (angewendet auf den Körper der modernen Frau). Übungen, die sich auf das richtige Schneiden und Versetzen konzentrieren.
Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene, die wissen, das man Grundlagen immer wieder üben muss.

Workshop #2 Sparring, Coaching und Feedback
Coaching, konstruktives Feedback und SMART-Zielsetzung in der HEMA mit praktischem Ansatz in hochintensiven thematischen Sparringübungen. Erfordert volle Sparringsausrüstung, aber das Beste ist, dass es für jede Waffe anwendbar ist. Coaching und Zielsetzung sind wichtig, unabhängig von der Waffe, die studiert wird.
Geeignet für Fortgeschrittene und andere Fechterinnen, die Sparring Erfahrung und Ausrüstung haben


Dorothea Paulekuhn (Deutschland)
Im Jahre 2001 begann Dorothea erste Kampfkunsterfahrungen in Karate zu sammeln. Bei Historisches Schwertfechten Nordhessen fechtet sie seit 2013. Ihr besonderes Interesse gilt Langschwert, Dolch und Rapier, aber auch der theoretischen und praktischen Rekonstruktion der Fechttechniken zu Pferd.

Workshop Halbschwert
„Item das ist das kurze schwerth zum kamp / Nym deyn schwert yn deynne hen[d] / Und greyff mith deyner lyncken hant mitten in dye klyngen“ (Hans Czynner 1538) Und genau damit wollen wir uns bei diesem Workshop auseinandersetzen: dem Halbschwert. Die Techniken enden häufig in der engen Mensur, was für einige Fechterinnen eine ungewohnte Distanz sein kann. Aus dieser „Tuchfühlung“ mit dem Gegenüber ergeben sich viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, denen (fast) keine Grenzen gesetzt sind.
Dieser Workshop für Fechterinnen mit etwas 1 Jahr Erfahrung soll den Teilnehmerinnen einen Einblick in diese Art des Fechtens bieten. Es werden hierbei Stücke aus dem Harnischfechten und dem Bloßfechten bearbeitet. Keine Sorge, ihr braucht dafür keinen Harnisch, die Techniken machen auch in moderner Sportkleidung Spaß 😊

(Hans Czynner 1538) Und genau damit wollen wir uns bei diesem Workshop auseinandersetzen: dem Halbschwert. Die Techniken enden häufig in der engen Mensur, was für einige Fechterinnen eine ungewohnte Distanz sein kann. Aus dieser „Tuchfühlung“ mit dem Gegenüber ergeben sich viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, denen (fast) keine Grenzen gesetzt sind.
Dieser Workshop für Fechterinnen mit etwas 1 Jahr Erfahrung soll den Teilnehmerinnen einen Einblick in diese Art des Fechtens bieten. Es werden hierbei Stücke aus dem Harnischfechten und dem Bloßfechten bearbeitet. Keine Sorge, ihr braucht dafür keinen Harnisch, die Techniken machen auch in moderner Sportkleidung Spaß 😊

Zeitplan

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