Schul- und Hausordnung

Schulordnung der Marxbrüder

Für alle Veranstaltungen (wie Unterricht, Wochenunterricht, Seminare, offene Übungseinheiten und Vorführungen allgemeiner Art) der „Neuen Marxbrüder zu Frankfurt am Main“ und somit auch alle Veranstaltungen der Fechtfabrik(en) gelten eine Reihe von verbindlichen Regeln, die zum Ersten den im Deutschland geltenden Waffengesetz Rechnung tragen, zum Zweiten zu jeder Zeit die Sicherheit der Fechtenden und möglicher Zuschauer gewährleisten.

Bei Zuwiderhandlung kann ein Platzverweis/ Platzverbot oder Hausverweis/ Hausverbot ausgesprochen werden.  Anweisungen des Veranstalters sind immer Folge zu leisten, sofern diese im Rahmen des Sports zulässig sind. Als Veranstalter gilt der Organisator bzw. der Übungsleiter.

Download: Schulordnung Marxbrueder-Fechtfabrik

Allgemein

Entsprechend des Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und der Satzung der “Neuen Marxbrüder” wird niemand aufgrund von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt.

Gründe für den Ausschluss vom Unterricht
– drohender ökonomischer Schaden/Nachteil bzw. Nicht-Erfüllen des Vereinszwecks (weil beispielsweise aufgrund der Anwesenheit Personen andere Besucher sich entfernen bzw. gar nicht erst kommen)
–  die Belästigung und Bedrohung von anderen Teilnehmern
– die Gefahr der Begehung von Straftaten etwa im Umgang mit Übungswaffen
– den Veranstaltungszweck störendes Verhalten

Der Veranstalter ist für die Durchsetzung des Hausrechts verantwortlich und wird davon Gebrauch machen.

Eine Unterrichtsverpflichtung entsteht nicht aus dem Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz oder der Satzung. Sollte aus praktischen oder sozialen Gründen, eine Teilnahme aus Sicht des Fechtlehrers nicht empfehlenswert sein, so kann er die Unterrichtung ablehnen. Der Betroffene kann dies dem Vorstand melden, der die letztendliche Entscheidungsgewalt hat.

Haftungsausschluss und Versicherungsschutz

Zum aktuellen Zeitpunkt übernimmt der Verein keinerlei Haftung für irgendwelche Schäden, die durch die Ausübung des Sports, durch die Anreise an den Veranstaltungsort oder irgendwelche anderen Aktivitäten in Zusammenhang mit Veranstaltungen des Vereins entstehen könnten.

Sport ist, insbesonders im Verein ausgeübt, ist durch die Krankenkasse nur insoweit abgesichert, dass direkte Behandlungskosten getragen werden.

Jede Person haftet für den selbst verursachten Schaden selbst. Eine Haftpflichtversicherung wird bei allen Mitgliedern, Teilnehmern, Gästen vorausgesetzt.

Der Verein strebt eine Sportversicherung über den Landessportbund Hessen e.V. an. Diese ist jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nicht gegeben. Wir empfehlen daher, sich über folgende Versicherungen zu informieren und gegebenenfalls, eine solche abzuschließen:

  • Haftpflichtversicherung: verpflichtend für jeden Teilnehmer an den Veranstaltungen
  • Krankenversicherung: verpflichtend zur Übernahme von Behandlungskosten
  • Unfallversicherung: empfehlenswert zur Übernahme von Folgekosten
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: bedingt empfehlenswert bei schwerwiegenden Verletzungen

Waffengesetz

Es ist für jeden sehr wichtig sich mit dem geltenden Waffengesetz und der allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV) vom 5. März 2012 (nach Artikel 84 Absatz 2 des Grundgesetzes) vertraut zu machen. Dazu muss man kein Jurist werden, sondern eine Reihe von Grundregeln beherzigen. Denn Unkenntnis schützt in Deutschland nicht vor Strafe.

So können wir ein Verstoß gegen das Waffengesetz vermeiden. Auch können wir mit einigen einfachen Verhaltensweisen lästigen Missverständnissen, die das Historische Fechten betreffen können, zuvorkommen. Langfristig sichern wir damit also unser Hobby.

Ein Verstoß gegen das Waffengesetz führt zu sofortigem Ausschluss aus der Veranstaltung und Hausverweis.

Einnahme von Drogen und Medikamenten

Jede Einnahme von Drogen vor oder während der Veranstaltung ist streng untersagt. Der Schulleiter oder Veranstalter ist über jede Art von Krankheit, Medikamenteneinnahme oder Behinderung zu unterrichten, damit er die Übungen an den Übenden anpassen kann. Wenn ein Übender während den Übungen seine Leistungsgrenze erreicht, muss er dies unverzüglich dem Übungsleiter mitteilen, damit dieser darauf angemessen reagieren und dem Übenden Hilfestellung geben kann.

Alterseinschränkung

Für das Fechten mit stählernen Fechtwaffen gegeneinander und in Partnerübungen gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Jugendliche ab dem vollendeten 15. Lebensjahr können teilnehmen, wenn eine schriftliche Einverständniserklärung des Personensorgeberechtigten vorliegt (Eltern oder Erziehungsberechtigte).

Kinder und Jugendliche fechten gegeneinander und in Partnerübungen mit Polster-, Leder oder Holzwaffen. Soloübungen können auch mit Stahlwaffen durchgeführt werden.

Schutzkleidung

Für den Unterricht im Fechten sind Schutzkleidungen wie Fechtmaske und Schlagschutz teils notwendig. Für die Teilnahme an Turnieren und Wettbewerben gelten gesonderte Bedingungen.

Den Anweisungen des Veranstalters ist betreffend Schutzkleidung immer Folge zu leisten.

Besteht seitens des Fechters das Bedürfnis, zusätzlichen Schutz zu verwenden. So ist dies jederzeit zulässig. Der Veranstalter ist nicht in der Lage, das persönliche Schutzbedürfnis zu erraten. Handlungen aus persönliche Verunsicherung gefährden andere. Daher ist jeder Teilnehmer verpflichtet den Veranstalter zu informieren und sich selbst entsprechend zu schützen.

Fechtausrüstung unterliegt erhöhter Belastung und naturgemäßem Verschleiß. Es ist also immer darauf zu achten, dass diese gepflegt und im ordnungsgemäßen Zustand ist. Der Teilnehmer ist zur Pflege verpflichtet und selbst verantwortlich.

Sportgeräte und Fechtwaffen

Fechtwaffen sind keine Hieb- und Stoßwaffen im Sinne des Waffengesetzes, sondern Hieb- und Stoßwaffen nachgebildete Gegenstände. Fechtwaffen verfügen über abgestumpfte Spitzen und stumpfer Schneiden, sie sind offensichtlich nur für den Sport und zur Brauchtumspflege geeignet. Pfeile für den Bogensport verfügen über stumpfe Gummispitzen.

Verhaltensregel bei der Benutzung von Fechtwaffen

Fechtwaffen werden ausschließlich für die Übungen verwendet. Außerhalb der Übungen werden die Fechtwaffen mit der Spitze zur Decke oder zum Boden gehalten. Es wird immer darauf geachtet, dass die Fechtwaffe keine Bedrohung darstellt.

Welche Waffen durch wen genutzt werden dürfen, und ob eine Fechtwaffe zulässig ist, regelt der Veranstalter.

Die Teilnehmer haben für die Instandhaltung und Sicherheit ihrer Ausrüstung selbst Sorge zu tragen. Fechtwaffen sind von allen groben Scharten und scharfen Kanten frei zu halten.

Jede unsachgemäße Verwendung der Fechtwaffen ist strikt untersagt.

Verhaltensregel beim Transport von Fechtwaffen

Fechtwaffen sollte man nicht blank transportieren – so beugen wir Missverständnissen vor. Das ist kein Muss, aber es hilft unnötigen Problemen aus dem Wege zu gehen. Das trifft weniger auf den Transport im eigenen Auto zu, als der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Fechtwaffen sollen in geschlossenen Behältern von einem Ort zu einem anderen Ort befördert werden (Geschlossene Sporttasche, Anglertasche, HT-Rohr Behältnis usw.). Auch wenn diese keine Waffen im Sinne des Waffengesetzes sind, so können sie als Anscheinswaffen interpretiert werden oder als Keulen genutzt werden. Wir empfehlen daher dringend, die Fechtwaffen unzugänglich zu transportieren.  Als “zugriffsbereit” nach Richterauffassung gilt es in Deutschland, einen Gegenstand in höchstens 3 Sekunden oder mit drei Handgriffen breit zu machen zu können, also in der Hand zu halten.

Ein geschlossener Behälter ist z.B. ein geschlossener Koffer oder eine geschlossene Tasche, also ohne Schloss oder eine andere Sicherung gegen einen Zugriff. Ein verschlossener Behälter ist ein geschlossener Koffer oder eine geschlossene Tasche, an der zusätzlich ein Schloss oder eine andere Verschlusseinrichtung angebracht ist (z.B. Zahlenschloss oder Kabelbinder), die einen Zugriff verhindert. Eine geschlossene Tasche gilt als “zugriffsbereit”. Eine verschlossene Tasche gilt als “nicht zugriffsbereit”.

Verhaltensregeln gegenüber Ordnungskräften

Niemals mit der Polizei oder sonstigen zur Personenkontrolle Befugten diskutieren. Wenn es Probleme mit der Rechtsauffassung gibt, dann schreibt man sich den Namen des Beamten auf, notiert Ort, Datum und Zeit, sowie dessen Personalnummer und übergibt die Sache seinem Anwalt. Beim Anwalt wird ein einfacher Anruf in der Dienststelle zumeist genügen. Wenn Gegenstände beschlagnahmt werden, dann lässt man sich eine Quittung ausstellen, mit Namen des Beamten, Ort, Datum und Zeit. Beamte können rechtlich in der Ausübung ihres Amtes nicht illegal handeln – aber sie sind nach dem Grundgesetz an die Gesetze gebunden. Somit bleibt uns der Rechtsweg offen.

Hieb- und Stoßwaffen im Sinne des Waffengesetzes

Hieb- und Stoßwaffen im Sinne des Waffengesetzes sind im Unterricht oder bei Veranstaltungen nur unter folgenden Regelungen zulässig.

Die Hieb- und Stoßwaffen sind für Sport- und Brauchtumspflege zugelassen. Genaueres regelt das Waffengesetz.

Wenn durch den Veranstalter, der das Hausrecht ausübt, das Führen von scharfen Hieb- und Stoßwaffen im Unterricht oder bei einer Veranstaltung auf seinem befriedeten Besitztum ausdrücklich erlaubt wird, dann sind Hieb- und Stoßwaffen nicht zugriffsbereit von einem Ort zu einem anderen Ort zu befördern. Dazu ist ein verschlossenes Behältnis erforderlich (verschlossener Waffenkoffer, verschlossene Waffentasche).

Wenn scharfe Hieb- und Stoßwaffen im Rahmen einer Veranstaltung nach ausdrücklicher Erlaubnis des Veranstalters, der das Hausrecht ausübt, geführt werden, dann muss auf dem befriedeten Besitztum dafür ein eigens ausgewiesener Waffenstand bereit gestellt werden. Dieser Waffenstand muß abgesperrt werden und sich mindestens 5 Meter in jede Richtung weit erstrecken oder räumlich vom Rest der Veranstaltung getrennt sein.

Wenn scharfe Hieb- und Stoßwaffen im Rahmen einer Veranstaltung geführt werden, dann muss immer eine vom Veranstalter benannte Person als Standaufsicht fungieren, die an der Vorführung nicht teilnimmt und die Vorführung überwacht. Den Anweisungen der Standaufsicht ist immer Folge zu leisten.

Verhaltensregeln für Hieb- und Stoßwaffen

Hieb- und Stoßwaffen darf man nicht führen – es sei denn der Veranstalter, der das Hausrecht ausübt, gibt auf seinem befriedeten Besitztum die Erlaubnis dazu. Als Hieb- und Stoßwaffen gelten alle Blankwaffen mit scharfer Schneide oder spitzer Spitze. Bei öffentlichen Veranstaltungen gilt ein generelles Verbot des Führens von Hieb- und Stoßwaffen. Die Polizei kann darüber hinaus in besonderen Gebieten das Führen von erlaubten Gegenständen (z.B. Messer mit feststehendem Blatt bis 12 cm, keine Waffeneigenschaft in der Formgebung) im Zuge der Verbrechensvorbeugung verbieten (z.B. Flughäfen oder Bahnhöfe).

Führen bedeutet die tatsächliche Gewalt über eine Hieb- und Stoßwaffe zu haben, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen. Führen kann man eine Hieb- und Stoßwaffe rechtlich nur außerhalb seines eigenen befriedeten Besitztums. Zu Hause kann man also rechtlich eine Hieb- und Stoßwaffe nicht führen, die eigene Wohnung ist ein bevorrechteter rechtlicher Raum, der besonderen Schutz genießt.

Wenn man Hieb- und Stoßwaffen in einem verschlossenen Behältnis transportiert, dann muss man immer Personalausweis oder Pass mit sich führen, um sich ausweisen zu können. Versäumt man dies, dann wird man wahrscheinlich vorläufig festgenommen werden, oder die beanstandeten Gegenstände werden beschlagnahmt – damit ist der Personalausweis oder Pass dienlich, um Probleme zu vermeiden.

Bei einer Kontrolle durch die Polizei (oder anderer zur Personenkontrolle Befugte) außerhalb seines eigenen befriedeten Besitztums sollte man nicht das verschlossene Behältnis, in dem man eine Hieb- oder Stoßwaffe transportiert, selber öffnen – denn dann führt man rechtlich die Hieb- oder Stoßwaffe – sondern den Befugten das Behältnis öffnen lassen (z.B. beim Transport einer Waffe in einem verschlossenen Behältnis im Kofferraum seines Autos). Will dieser das nicht, so informiere man ihn/sie über den Inhalt und hole sich die ausdrückliche Erlaubnis zum Öffnen.

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